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Inhalte: Fruchtbarkeit Schwangerschaft, Schwangerschaftssymptome, Fruchtbarkeit, Beschwerden in der Schwangerschaft


Schwangerschaftsbericht Mirsche

 

1. Trimenon (bis zur 13. Schwangerschaftswoche)

Ein Kinderwunsch hat schon bestanden, darüber waren mein Mann und ich uns einig gewesen. Aber der Zeitpunkt hätte ungünstiger kaum sein können: Ich kurz vor Ende meiner Ausbildung und noch ohne Anschlussvertrag. Wir wollten es nicht wahr haben aber als die ersten Anzeichen und Symptome einer Schwangerschaft auftraten machte ich dann doch einen Schwangerschaftstest, der positiv ausfiel und unseren Verhütungsbemühungen Hohn sprach. Es hat eine Weile gedauert, bis wir beide uns damit abgefunden haben, aber an einen Schwangerschaftsabbruch dachten wir zu keinem Zeitpunkt. Nach dem ersten Ultraschall beim Frauenarzt, als die Schwangerschaft offiziell festgestellt wurde und ich das kleine Herz bereits schlagen sah, war es klar: Wir würden Ende des Jahres ein zweites Kind haben. Da ich nach der ersten, problematischen Geburt beim zweiten Baby ins Geburtshaus wollte, entschied ich mich, auch sämtliche möglichen Vorsorgen von den Hebammen im Geburtshaus durchführen zu lassen. Auch lehnte ich eine Einnahme von Folsäure, Iod oder Magnesium in Form von Präparaten ab, wollte lieber besser auf meine Ernährung achten. Durch die kompetente Beratung der Hebammen wusste ich, worauf ich zu achten hatte und wie ich meinem Baby all die Nährstoffe bieten konnte, die es in der Frühschwangerschaft und auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft brauchen würde. Eine Zwillingsschwangerschaft sowie eine Eileiterschwangerschaft konnte mein Arzt glücklicher Weise ausschließen. Trotzdem blieb natürlich in den ersten 12 Schwangerschaftswochen die ständige Angst und das Risiko von Komplikationen und einer Fehlgeburt. Dass kurze Zeit davor eine Freundin von mir einen Schwangerschaftsabbruch in der 10. Woche erlitten hatte, machte es natürlich nicht einfacher. Und deshalb entschieden mein Mann und ich uns auch dazu, die frohe Botschaft erst nach Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche bekannt zu geben. Dadurch hoffte ich selbstverständlich auch auf eine Gnadenfrist, in der der erhoffte Anschlussvertrag an meine Ausbildung eintrudeln könnte. Aber leider blieb meine Hoffnung unerhört. Schwangerschaftsbeschwerden hatte ich zum Glück kaum welche, nur eine leichte Übelkeit über den Tag verteilt, so dass auch keiner meiner Kollegen, Freunde oder Verwandte Verdacht schöpfte. Und im Gegensatz zu meiner ersten Schwangerschaft zwei Jahre zuvor nahm ich auch in den ersten drei Monaten kein Gramm zu, so dass mir meine normalen Kleider wie angegossen passten und ich noch nicht zu Schwangerschaftskleidern greifen musste.

Mein Mann hatte mehr Probleme damit, sich mit der Schwangerschaft und der neuen Situation, die da auf uns zukam, abzufinden. In den ersten Schwangerschaftswochen hatte er verständlicher Weise auch noch keinerlei Beziehung zu dem Baby in meinem Bauch und versuchte es zu verdrängen. Das machte es schwierig für mich, da ich ja sonst außer den Hebammen keinerlei Ansprechpartner hatte, um über meine Sorgen und Ängste zu sprechen. Deshalb entschied ich mich dazu, ein Schwangerschaftstagebuch zu führen. Außerdem informierte ich mich im Internet mit Hilfe von diversen Schwangerschaftskalendern immer über den aktuellen Entwicklungsstand unseres Babys, was mir sehr half, eine Beziehung zu dem kleinen Wurm aufzubauen. Bewegungen konnte ich in den ersten Wochen ja noch nicht spüren, wobei mein Arzt meinte, dass diese bei einer Mehrgebährenden früher zu spüren seien. Er gab mir auch ein Ultraschallbild mit nach Hause, auf dem allerdings noch nicht viel mehr zu sehen war als ein kleiner weißer Fleck mit einem noch kleineren dunklen Fleck darin, der das Herz darstellen sollte. Mein Mann konnte damit leider nicht besonders viel anfangen.

Da ich jeden Tag arbeiten ging – mein Mann war noch in Elternzeit und kümmerte sich zu Hause um unseren ersten Sohn und den Haushalt – vergingen die ersten zwölf Schwangerschaftswochen wie im Flug für mich. Ich hatte die Schwangerschaft ja auch erst in der 6. Woche mittels Früherkennungstest festgestellt. Andererseits bestand aufgrund der Laborarbeit auch ständig das Risiko, dass das Baby durch irgendwelche giftigen Chemikalien, mit denen ich unweigerlich zu tun hatte, geschädigt werden könnte. Auch wenn ich mir selbstverständlich aller größte Mühe gab, sämtliche Schutzvorschriften zu beachten und mich und das Kind so wenig wie möglich in Gefahr zu bringen.

 

2. Trimenon (14. bis 26. Schwangerschaftswoche)

In der 14. Woche durfte ich das erste Mal die Herztöne meines Babys hören, das war ein wahnsinniges Gefühl! Mein Frauenarzt drängt mich dazu, meinem Arbeitgeber von der Schwangerschaft zu berichten und da ich bis dahin immer noch nichts von einem Anschlussvertrag gehört hatte, tat ich dies mit schwerem Herzen. Der Laborleiter, von dem ich zuvor schon eine mündliche Zusage zur Übernahme bekommen hatte, meinte nur, dafür würden wir schon eine Lösung finden. Die zuständige Dame in der Personalabteilung dagegen klärte mich darüber auf, dass ich diese versprochenen zwei Jahre im Labor vergessen könne und ich ja jetzt erstmal ohnehin aus Sicherheitsgründen aus dem Labor versetzt werden müsse. Damit hatte ich zwar gerechnet, trotzdem war ich am Boden zerstört. Was sollte aus unserer Zukunft werden? Die Elternzeit meines Mannes ging noch bis Ende August und nach Ablauf des Kündigungsschutzes hatte ihm sein Arbeitgeber mit der Kündigung gedroht. Wir also beide arbeitslos mit zwei Kindern? Eine furchtbare Vorstellung.

Außerdem standen bei mir auch noch die Abschlussprüfungen an, bei denen natürlich auch praktisch gearbeitet werden musste. Würde ich die Prüfung überhaupt ablegen dürfen? Vorerst wurde ich in eine andere Abteilung versetzt, in der ich schon während meiner ersten Schwangerschaft gearbeitet hatte und wo ich herzlich aufgenommen wurde. Eine Woche später erhielten meine Mit-Azubis ihre Zwei Jahres Anschlussverträge. Das machte mich total fertig, eine Woche länger gewartet und ich hätte ebenfalls einen solchen Vertrag in der Hand gehalten! Schließlich bekam ich die Möglichkeit, nach Abschluss der Ausbildung für weitere drei Monate in der Abteilung zu arbeiten, in der ich gerade war. Da mir nichts anderes übrig blieb, unterschrieb ich den Vertrag und sicherte somit unser Einkommen zumindest bis Ende September. Danach musste man weitersehen.

Mein Baby entwickelte sich indes prächtig, die Hebamme zeigte mir, wie ich selbst die Kindslage abtasten konnte, was mich total faszinierte. Einen Geburtsvorbereitungskurs wollte ich dieses Mal eigentlich nicht machen, lieber alternativ einen Schwangerschafts-Yoga Kurs. Leider zickte meine Krankenkasse, so dass ich mich im Endeffekt doch wieder für einen herkömmlichen Geburtsvorbereitungskurs im Geburtshaus anmeldete.

Da meine erste Geburt mit einem Kaiserschnitt geendet hatte hatte ich furchtbare Angst, dass ich auch dieses Mal mein Baby nicht auf natürliche Art auf die Welt bringen könnte, doch die Hebammen beruhigten mich. 50% aller Frauen, die beim ersten Mal einen Kaiserschnitt hatten könnten beim zweiten Mal natürlich gebähren.

In der 20. Schwangerschaftswoche musste ich zur Abwechslung wieder zum Frauenarzt für die Vorsorge, da ein Ultraschall gemacht wurde. Das Kind war zeitgemäß entwickelt und laut meinem Arzt handelte es sich um ein Mädchen! Mich machte das sehr glücklich, mein Mann hätte sich lieber noch mal einen Jungen gewünscht. Der Frauenarzt bemerkte nur, dass ich recht viel Fruchtwasser hätte, sagte aber nicht mehr dazu. In einer Zeitschrift las ich anschließend, dass das ein Hinweis auf Schwangerschaftsdiabetes sein könnte, was mich sehr beunruhigte. Ich rief bei meiner Hebamme an, die meinte ich solle in der 24. Schwangerschaftswoche einen Test bei meinem Arzt machen. Vier Wochen Bibbern und Bangen, denn mit Schwangerschaftsdiabetes darf man nicht im Geburtshaus gebähren. Doch zum Glück fiel der Test negativ aus und so konnte ich beruhigt zu den Vorgesprächen im Geburtshaus gehen, die man machen muss, wenn man dort sein Kind zur Welt bringen möchte. In den Gesprächen ging es unter anderem um Vitamin K Gabe nach der Geburt, Impfen, U2, ob wir Fotos von der Geburt wollen und noch vieles mehr. Außerdem wollen die Hebammen die Paare besser kennen lernen, um sie während der Geburt so effektiv wie möglich unterstützen zu können. Auch wir lernten mit der Zeit jede der vier Hebammen und die Räumlichkeiten kennen, was sehr wichtig ist, um sich bei der Geburt entspannen zu können.

Nach einigem Hin und Her mit der Berufsschule und der IHK hatte ich es durchgesetzt, dass ich die Abschlussprüfung termingerecht ablegen konnte. Zum Glück mussten wir nicht mit giftigen Substanzen arbeiten und mein Ergebnis konnte sich auch sehen lassen: Mitte Juli erhielt ich meinen Gesellenbrief mit einem Notendurchschnitt von 1,0. Ab diesem Zeitpunkt verdiente ich auch einiges mehr, was das Loch stopfte, das der Ablauf des Erziehungsgeldes für unser erstes Kind in unsere Kasse gerissen hatte.

 

3. Trimenon (27. bis 40. Schwangerschaftswoche)

Am ersten Tag nach Ablauf der Elternzeit wurde meinem Mann die Kündigung zum Monatsende nach Hause gebracht. Er war zu dem Zeitpunkt krank und konnte nicht arbeiten gehen. Damit begann für uns wieder das Zittern, wie es wohl finanziell nach Ablauf meines Arbeitsvertrages für uns weitergehen würde. Mein Mann schrieb eine Bewerbung nach der anderen.

Dazu kam, dass beim Ultraschall in der 30. Woche eine Beckenendlage des Babys festgestellt wurde. Sorgen sollte ich mir allerdings keine machen, da das Kleine noch genügend Platz und Zeit hätte um sich zu drehen.

Zwei Tage vor Ablauf meines Arbeitsvertrags bekam mein Mann endlich eine Zusage für eine neue Arbeitsstelle, was uns beide sehr erleichterte. Am 1. Oktober sollte er anfangen.

In der 34. Schwangerschaftswoche zeigte mir meine Hebamme wie ich mit Hilfe einer Beifußzigarre das Kind zum Drehen animieren könnte. Das nennt man Moxen. Außerdem gab sie mir den Tipp ich solle zu Hause Gymnastik machen, die so genannte Indische Brücke, die auch zum Drehen beitragen sollte. Ich tat mein bestes doch leider ohne Erfolg.

In der 36. Woche musste ich dann noch mal zum Frauenarzt, der mir zum Kaiserschnitt riet. Allerdings schrieb er mir auch eine Überweisung für das Krankenhaus, die eventuell eine äußere Wendung vornehmen könnten. Ich machte auch gleich einen Termin zur Beratung. Daran klammerte ich nun all meine Hoffnungen, aber die Ärztin in der Klinik musste den Drehversuch schnell aufgeben, da das Kind mit dem Hintern zu fest im Becken saß. Ihr Rat: Bei Wehen zum Kaiserschnitt in die Klinik kommen. Der Traum vom Geburtshaus schien ausgeträumt, auch wenn die Ärztin meinte, es bestünde ja noch eine restliche Chance, dass sich das Kind noch kurz vor Schluss von selbst drehe. Ich selbst glaubte allerdings nicht mehr daran. Eine Welt brach zusammen, denn meine ganze Kraft nach der enttäuschenden ersten Geburt hatte ich aus der Hoffnung geschöpft, dass die zweite besser verlaufen könnte. Und jetzt sollte ich nicht einmal die Chance bekommen es zu versuchen. Eine vaginale Geburt aus Beckenendlage hatte die Ärztin ausgeschlossen, da die Beckenmessung nach der ersten Geburt ergeben hatte, dass ich ein eher männliches Becken mit einem längs ovalen, verkleinerten Eingang habe statt eines quer ovalen. Besonders schlimm für mich war die Aussicht, nach zwei Kaiserschnitten wohl nie mehr normal entbinden zu können und natürlich wird durch eine Sectio auch die Fruchtbarkeit herabgesetzt.

So langsam kamen auch die Schwangerschaftsbeschwerden. Schwangerschaftsstreifen konnte ich zwar noch keine neuen bestaunen, aber die Beweglichkeit wurde von Tag zu Tag eingeschränkt und auch Sport zu treiben fiel mir immer schwerer. Trotzdem ging ich tapfer jeden Freitag zum Agility (Hundesport), wo ich mich zur Erheiterung der anderen Hundebesitzer über den Platz walzte und meinen Hund längst nur noch aus der Entfernung betrachten konnte. Meine Schwangerschaftskleider aus der ersten Schwangerschaft drohten so langsam auseinander zu fallen und so musste ich mich wohl oder übel wenige Wochen vor Geburtstermin noch im Internet nach günstiger Schwangerschaftsmode umsehen. Sogar einen Badeanzug für Schwangere konnte ich billig erstehen und so konnte ich des Öfteren mit meinem Sohn das örtliche Schwimmbad besuchen, was das Drehen des Kindes angeblich auch begünstigen sollte.

Durch die Schwangerschaftshormone, die schlechten Aussichten auf die Geburt und Stress zu Hause (da mein Mann jetzt Dauernachtschicht arbeitete musste ich tagsüber darauf achten, dass mein Sohn möglichst leise Krach machte) war ich nun auch des Öfteren schlecht gelaunt und fühlte mich überfordert. Ich fragte meine Hebamme, ob vielleicht noch mit Akupunktur etwas zu machen wäre, was den Kaiserschnitt abwehren könnte aber sie musste leider verneinen. Am liebsten wäre ich einfach weggeflogen. Mein Mann und ich hatten kaum noch Sex, was zum einen auf die herabgesetzte Beweglichkeit zurückzuführen war, andererseits natürlich auch auf das angespannte Verhältnis, was die ganze Problematik mit sich brachte. Ich versuchte, meine Sorgen in einem Forum im Internet los zu werden und wälzte einen Ratgeber nach dem anderen. Eine Lösung fand ich nirgends. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich mit der Situation abzufinden. Dabei sollte ich mich eigentlich freuen, die Entwicklung unseres Babys war genau im Zeitplan, es wurde nichts festgestellt, was besorgniserregend sein könnte. Nun sind es noch drei Wochen bis zum Termin und ich versuche, das Beste daraus zu machen.

 

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