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Schwerpunkte: künstliche Befruchtung, IVF, Kosten, Behandlung, Chancen, Kinderwunsch


Ein Voller Erfolg

 

Wir, dass heißt mein Mann und ich, waren 11 Jahre zusammen und davon etwas mehr als 3 Jahre verheiratet! Das Einzige was uns verwehrt blieb waren Kinder! Ich war es langsam leid, immer zum Arzt zu rennen und immer wieder zu hören das ich eben nicht schwanger war! Ich wurde getestet und man stellte fest, dass mein Hormonspiegel nicht in Ordnung war! Ein überhöhter männlicher Hormonwert schien daran schuld zu sein, dass unser Kinderwunsch ausblieb! Ich bekam ein Cortisonpräparat und schluckte über ein Jahr diese Pillen! Aber meine Werte wurden nicht besser! Irgendwann habe ich sie abgesetzt und wollte mich nicht weiter mit Cortison belasten, vor allem, wenn es je nicht anschlug! Im Jahre 2000 begab ich mich wieder in Behandlung und unterzog mich 3 Inseminationen! Dabei wird das Sperma des Mannes in der Gebärmutter platziert und man wartet bis zur Regelblutung und schaut ob eine Schwangerschaft eingetreten ist oder nicht! Leider schlugen alle 3 Versuche fehl! Wir fuhren in einen Wellness - Urlaub und ich entschied mich dazu, nicht weiter zu machen! Die psychische Belastung war mir zu hoch! Immer in der Situation zu sein, zwischen hoffen und bangen, hielt ich so nicht aus! Wir entschieden uns in eine Reproduktionspraxis zu gehen und uns gründlich untersuchen zu lassen! Eine Praxis ganz in unserer Nähe, sollte unser Glück sein! Dachten wir! Die Fahrt betrug gerade mal eine gute viertel Stunde und das konnte man gut hinnehmen! Auch mehrmals in der Woche! Wir ließen uns einen Termin geben und hatten ein erstes Gespräch! Das war eigentlich ganz OK, aber richtig Wohl fühlten wir uns trotzdem nicht! Irgendwas störte mich, aber an was Direktem konnte ich es nicht fest machen! Beim zweiten Termin war man so unfreundlich zu uns, zu mir, dass ich eher ohne Kinder geblieben

wäre, als noch mal in diese Praxis zu gehen! Ich brach die Behandlung ab und es blieb erstmal dabei! Nach einem Jahr wollten wir es noch mal probieren und machten noch mal einen Termin in dieser jenen Praxis! Aber auch dieses Mal fühlte ich mich nicht wohl, nicht aufgehoben, um so eine Behandlung, so etwas Intimes in dieser Praxis durchführen zu lassen bzw. durchzuführen! Meine Frauenärztin erzählte mir von einer Praxis, die einen sehr guten Ruf hat, aber eben weiter zu fahren war! Jeder Fahrt dauerte im Durchschnitt 40-45 min! Das mehrmals die Woche, war schon sehr Zeitaufwendig! Wir machten einen Termin in der neuen Praxis und schon beim ersten Gespräch passte alles! Die Arzthelferinnen, die Ärzte, selbst die Putzfrauen waren sehr sehr freundlich! Beim Erstgespräch wurde alles besprochen! Wir wussten genau, wie, wann, wo, was ablaufen würde! Wir mussten verheiratet sein und damals über 25 Jahre sein! Wir hatten einige Untersuchungen, wie z. b. Blutabnahmen, wurden auf HIV getestet und alles, was bei einer Schwangerschaft wichtig war, wurde untersucht! Ich besprach mit unserem behandelnden Arzt wie hoch das Risiko für uns war, ein behindertes Kind zu bekommen, da ich eine behinderte Schwester habe! Bei jedem Kind, was ich über 30 bekommen würde, läge das Risiko für eine „Fehlbildung oder geistige Behinderung“ sehr viel höher! Also begannen wir sofort, nach den Untersuchungsergebnissen! Ich bekam meine Rezepte, wo alle meine Medikamente notiert waren und die mussten in der Apotheke abgeholt werden! Allerdings mussten die Kosten selbst getragen werden! Alles zusammen waren es Kosten um 100€! Eine Woche nach Regelbeginn, begann ich eine Mini-Pille einzunehmen! Die wird gebraucht, weil nach dem absetzen ein Hormonschub frei gesetzt wird, der benötigt wird, bei der künstlichen Befruchtung! Sieben Tage nach Beginn der Pilleneinnahme bekam ich starke Schmerzen in den Beinen und war von einer Minute auf die andere, völlig desorientiert! Da wir alle Nummern hatten, sowohl von der Praxis, als auch von dem behandelnden Arzt privat, riefen wir direkt an! Der Versuch wurde mit Verdacht auf Thrombose abgebrochen! Am 19.Feb.2003 begann ich erneut mit einer Minipille! Am 8.3.2003 musste ich beginnen mit Hormonspritzen, die man sich selbst setzen muss! Diese werden subkutan ( d.h. unter die Haut) gespritzt, was aber vorher gezeigt wird! Am 13.3.2003 endete dann die Pilleneinnahme, womit dann am 19.3.2003 die Regel einsetzte! 24 Stunden später begann ich mit der 2ten Spritze und wusste, dass es jetzt ernst wurde! Alles ging Schlag auf Schlag, ab dem 25.3.2003 fuhr ich jeden dritten Tag diese lange Strecke, zwecks Ultraschalls! Gott sei Dank hatte mein Mann, einen Arbeitgeber, der das mit trug und ihn immer frei stellte, wenn wir morgens in die Praxis mussten! Am 2.4.2003 war es dann soweit, ich musste zur Punktion! Das heißt, die Follikel, die sich jetzt durch die Behandlung gebildet haben, werden unter einer leichten Vollnarkose punktiert! Eigentlich soll man sich an dem Tag sehr schonen, aber ich fühlte mich wohl und wir gingen mit einem Freund eine Küche kaufen! Die vielen Probleme, die andere Frauen haben, wie zb. Bauchfellwasser, Überstimulationen, Fieber oder ähnliche Reaktionen hatte ich nicht! Der Arzt teilte uns mit, dass er 4 Follikel entnommen werden konnten! Einen Tag später erfuhren wir, das die Befruchtung - das heißt: der Samen des Mannes wird in den Follikel injiziert - gut gegangen ist und wir am 5.4.2003 zum Embryotransfer kommen können! 3 Tage nach der Follikelpunktion haben sich die befruchteten Eizellen zu mehrzelligen Embryonen entwickelt und werden mit einem feinen Katheter in die Gebärmutter eingesetzt! Es war absolut schmerzfrei, unangenehm, aber schmerzfrei! Dann hieß es warten! 14 Tage warten und hoffen! Das war für uns die schlimmste Zeit! Klar, man hat uns zu Anfang gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit, beim ersten Versuch schwanger zu werden oder gar Mehrlinge zu bekommen, eher gering ist, aber man hofft und fiebert und denkt an nichts anderes!!

Am 17.4 war der Termin zur Blutabnahme, ich hatte es fast geschafft und war voller Hoffnung! Acht Tage hatte ich hinter mir und nur noch 3 Tage zur HCG –Testung, doch dann bekam ich am 9 Tag Blutungen! Am Anfang der Behandlung hatte ich mich verpflichtet, auch wenn Blutungen auftreten, zur Blutentnahme zu kommen! Ich war total enttäuscht, auch wenn ich damit rechnen musste! Außer mein Mann, der war völlig überzeugt das ich schwanger war! Ich fuhr also am 17.4.2003 morgens ganz früh los, weil ich um 8 Uhr in der Praxis sein musste, war völlig schlecht gelaunt, weil ich so früh auf musste und ich mich extrem sicher war, dass ich nicht schwanger bin! Außerdem war es das erste Mal das mein Mann kein frei bekam und fuhr also voller

Enttäuschung allein los! Als die Arzthelferin mich ins Labor bat, fragte ich gleich, wie es weiter gehen würde! Wann wir mit dem 2ten Versuch starten könnten! Sie lächelte und meinte, ich sollte erstmal die Blutergebnisse am Nachmittag abwarten und dann würde man weiter sehen! Meistens würden die Ärzte einen Monat pausieren und dann einen neuen ICSI -Versuch starten! Das Team teilte mir mit, dass der Arzt mich gegen 13.30 Uhr anrufen wird und mir mitteilt, ob die künstl. Befruchtung geklappt hat oder nicht! Und wieder hieß es warten, warten und noch mal warten! Ich fuhr zum Sonnenstudio, wo wir immer hingehen und wo alle mit uns fieberten! Mein Mann war auf der Arbeit und war abgelenkt, aber ich saß da, mit meiner „ Sicherheit“ nicht schwanger zu sein und hielt es allein nicht aus! Ich dachte nur darüber nach, das wir nur vier ICSI -Versuche von der Krankenkasse bezahlt bekommen und überlegte, was wir machen sollen, wenn es nicht klappt, wenn alle Versuche fehlschlagen! Die gefühlte Sicherheit zu haben, war doch anders, als dann auf den Anruf zu warten und es in der Realität zu hören! Um 12.52 Uhr ging das Handy und unser Arzt war am Telefon! Ich schaute auf die Uhr und es bestätigte mein Gefühl noch mal! Eine halbe Stunde früher als erwartet und das konnte nur ein schlechtes Omen sein! Der Arzt begann den Satz: Ich muss Ihnen miteilen……., ( das war und ist für mich absolut negativ) DAS SIE SCHWANGER SIND durch die künstliche Befruchtung!! Ich kippte fast vom Stuhl! Ich stürmte aus dem Studio, lief ins nächste Geschäft und besorgte eine kleine Stoffpuppe! Die Firma meines Mannes war nicht weit entfernt und ich lies ihn unter einen Vorwand im Kofferraum nach den Boxen sehen! Natürlich war dort die Puppe platziert! Somit brauchte ich die Frage, ob der Arzt schon angerufen hat, nicht mehr beantworten! Wir freuten uns riesig! Leider hieß es jetzt wieder warten! Warten, das wir eine Woche später zum Ultraschall konnten und es mit eigenen Augen sehen konnten! Nach sieben endlos langen Tagen sahen wir, was wir nicht glauben konnten! Ich war wirklich schwanger! Mein Arzt, teilte mir mit, das ich ein paar Tage später zu meiner Frauenärztin müsste, weil sie die Behandlung bzw. Schwangerschaftsvorsorge weiter führen würde und nur noch mal Ende April zur Abschlussuntersuchung kommen müsste! Als ich in die Praxis meiner Frauenärztin kam, lächelte sie mich schon an und meinte: Ich weiß es schon!! Während der Untersuchung, erklärte sie uns, das sie noch was sehen würde, aber das würde mit der Restblutung zusammen hängen, die ich ja kurze Zeit vorher noch hatte! Mit der Schwangerschaft wäre alles in Ordnung und ich sollte meine Medikamente, wie Folsäure und Utrogest weiter nehmen! Am 28.4. 2003 war dann die Abschlussuntersuchung in der Reproduktionspraxis, die unser Leben total veränderte! Unser Arzt fragte mich, wie es mir geht, ob alles ok wäre oder ich irgendwelche Nebenwirkungen noch von der Behandlung hätte, was ich verneinte! Wir waren natürlich neugierig auf den Ultraschall! Allerdings anders als es dann zum Schluss raus kam! Ich hatte ihm im Gespräch vorher gesagt, das meine Gynäkologin, halt noch eine Restblutung sehen konnte, ihr aber keine größere Bedeutung zuteilte! Er lächelte uns an, sagte meinem Mann, er solle sich setzen und fragte ihn, ob er schon ein Geburtstagsgeschenk bekommen hätte!?! (Er hatte genau an diesem Tag Geburtstag). Er lächelte und meinte: Ihre Restblutung hat einen Herzschlag! Sie bekommen ZWILLINGE! Den Geburtstag meines Mannes und den Satz werden wir im Leben nicht vergessen!

 

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